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Naturschutzgebiet Eichholz-buchholz

Landkreis: Lörrach
Gemeinden: Efringen-Kirchen, Bad Bellingen
Gemarkungen: Kleinkems, Rheinweiler
Naturraum: Markgräfler Rheinebene
Geschützt seit: 1999
Fläche: 34 Hektar
Top. Karten: 8211 Kandern, 8311 Lörrach

Eine seltene Orchideenart im Bereich der Halbtrockenrasen des NSG Eichholz-Buchholz ist die Bocksriemenzunge

Unmittelbar oberhalb der Bahnlinie Freiburg-Basel zwischen den Ortschaften Rheinweiler und Kleinkems liegt das Naturschutzgebiet Eichholz-Buchholz. Es umfasst einen nach Westen exponierten, weitgehend verbuschten und bewaldeten Hang. Das Gebiet bietet dem interessierten Besucher einen guten Einblick in die wärmeliebende Pflanzenwelt des südlichen Oberrheingebiets. Bezeichnend und pflanzengeographisch besonders bedeutsam ist hier das Vorkommen des Flaumeichenwalds oder Eichen-Elsbeerenwalds in der typischen Ausprägung mit der namensgebenden Flaum-Eiche (Quercus pubescens).. Als weitere Baumarten treten Elsbeer- und Mehlbeerbaum (Sorbus torminalis und S. aria), Trauben-Eiche (Quercus petraea) und die Rotbuche (Fagus sylvatica) auf.
Dort wo die Buche zur dominierenden Baumart wird, geht der Wald in einen strauchreichen, relativ lichtdurchlässigen Weißseggen-Buchenwald über. Es lassen sich im Gebiet weitere Waldgesellschaften unterscheiden, die wiederum durch ihre ehemalige mittel- oder niederwaldartige Bewirtschaftungsweise geprägt sind. Hierzu zählen auch durchgewachsene Haselniederwaldbestände. In ihrer Hauptsache dürfte die Hasel früher der Brennholzgewinnung gedient haben, in klassischen Rebenanbaugebieten wie dem Markgräfler Hügelland wohl auch zur Gewinnung von Rebpfählen.
Im Bereich Eichholz-Buchholz nehmen Gebüsche nach den Wäldern den größten Flächenanteil ein und stellen ein wichtiges Strukturelement dar. Sie treten zum einen als wärmeliebende Mantelgesellschaft zum Flaumeichenwald und zum anderen als Verbuschungs- und Sukzessionsstadien ehemaliger Weinberge und Obstwiesen auf. Das Vorkommen von Obstbäumen in diesen Bereichen wie Kirsche, Zwetschge, Walnuss oder vereinzelt auch Apfel und Birne dokumentiert die ehemalige Obstwiesennutzung, seltene Weinbergsflorenelemente wie Weinbergs-Traubenhyazinthe (Muscari racemosum), Nickender und Dolden-Milchstern (Ornithogalum nutans und O. umbellatum) sind Zeugen einer früheren Weinbautätigkeit.
Als floristische Besonderheit sind zweifelsohne auch jene Bereiche anzusehen, die, kleinflächig und zerstreut vorkommend, als Halbtrockenrasen anzusprechen sind. Allein sieben Orchideenarten konnten hier auf engstem Raum kartiert werden. Von den vier im Gebiet vorkommenden Ragwurz-Arten dürfte die Spinnen-Ragwurz (Ophrys sphegodes) mit bis zu 400 gezählten Exemplaren in einem Jahr die größte im Markgräfler Hügelland vorkommende Population darstellen. Zum Schutz vor der vordringenden Sukzession müssen die Flächen jährlich gemäht werden.
Relikte ehemaligen Kulturlands und von großem Interesse für den Artenschutz sind zahlreiche Terrassierungen mittels Bruchsteinmauern. Von besonderer Längenausdehnung ist eine im Süden, die einer größeren Population der wärmeliebenden Mauereidechse als Lebensraum dient.

Autor:
Uwe Kerkhof
Regierungspräsidium Freiburg
Referat Naturschutz und Landschaftspflege
Bissierstr. 7
79114 Freiburg
Weitere Information:
Die Naturschutzgebiete im Regierungspräsidium Freiburg
Dritte aktualisierte Auflage
Herausgegeben vom Regierungspräsidium Freiburg
Jan Thorbecke Verlag 2011

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