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Naturschutzgebiet kapellengrien

Landkreis: Lörrach
Gemeinden: Bad Bellingen, Efringen-Kirchen
Gemarkungen: Rheinweiler, Kleinkems
Naturraum: Markgräfler Rheinebene
Geschützt seit 1994
Fläche: 70 Hektar
Top. Karten: 8211 Kandern, 8311 Lörrach

Zwischen der Autobahn Karlsruhe-Basel und dem Restrhein liegt das NSG Kapellengrien mit seiner zentral gelegenen Kiesgrube  
Westlich der Ortschaften Rheinweiler und Kleinkems direkt neben dem Rhein erstreckt sich das 70 ha große Naturschutzgebiet „Kapellengrien“. Innerhalb der naturräumlichen Einheit „Markgräfler Rheinebene“ liegt das Schutzgebiet in der Untereinheit „Hartheim-Isteiner Trockenaue“. Bereits der Name der naturräumlichen Untereinheit weist auf den trockenen Charakter des Gebiets als Folge der Tulla`schen Rheinbegradigung und damit verbundenen Veränderungen im Wasserhaushalt des Rheins hin.
Durch diese Veränderungen erinnern die Wälder im Bereich der ehemaligen Aue heute kaum mehr an typische, auf Feuchtigkeit angewiesene Auwälder. An ihrer Stelle wachsen Trockenwälder mit charakteristischen Baumarten wie Stiel-Eiche und Winter-Linde. Neben diesem Waldtyp trifft man hier aber auch auf das typische Gebüsch der Trockenaue bestehend aus Schlehe, Weißdorn, Liguster und Wolligem Schneeball. Im Bereich dieser wenig verbuschten Flächen konnte sich an sehr trockenen Standorten sogar ein Volltrockenrasen entwickeln, an Stellen mit etwas günstigerem Wasserhaushalt findet man Halbtrockenrasen.
Nur unmittelbar im Bereich des Restrheins findet man heute noch die charakteristischen Arten der Weich- und Hartholzaue. Die typischen Arten der Weichholzaue, verschiedene Weiden und Pappeln, gedeihen hier im Bett des Restrheins auf angeschwemmtem Material besonders gut. Sie stellen am südlichen Oberrhein in ihrer Ausdehnung und Geschlossenheit eine große Besonderheit dar.
Eine aufgelassene Kiesgrube südwestlich von Rheinweiler zeugt vom Abbau alluvialer Kiese und Schotter. An tiefgelegenen Stellen tritt das Grundwasser zutage und bildet ganzjährige Wasserflächen, die von Wasserfrosch und Erdkröte als Laichgewässer genutzt werden. Im Bereich der offenen Kiesflächen brütet der selten gewordene Flussregenpfeifer, in den steileren Abbaukanten im Süden der Kiesgrube nistete 1990 eine über 100 Brutpaare umfassende Uferschwalbenkolonie.
Bezeichnend für das Gebiet ist auch das Vorkommen zahlreicher wärmeliebender Tierarten. So trifft man schon im zeitigen Frühjahr bei entsprechender Witterung auf die Mauereidechse und mit viel Glück kann der Besucher sogar die sehr versteckt lebende Schlingnatter zu Gesicht bekommen. Aus der Gruppe der Heuschrecken entdeckt man seltene Arten wie Gottesanbeterin (Mantis religiosa), Blauflügelige Sandschrecke (Sphingonotus caerulans) und Italienische Schönschrecke (Calliptamus italicus).
 
Besucherhinweis: Die in vorbildlicher Weise als Sekundärbiotop erhaltene und entwickelte Kiesgrube befindet sich heute in der Obhut der „Arbeitsgruppe Naturschutz Markgräflerland“ des Schwarzwaldvereins. Die ehemalige Abbaufläche ist inzwischen eingezäunt, Beobachtungen sind jedoch von einem überdachten Stand am Westrand der Grube möglich.

Autor:
Uwe Kerkhof
Regierungspräsidium Freiburg
Referat Naturschutz und Landschaftspflege
Bissierstr. 7
79114 Freiburg
Weitere Information:
Die Naturschutzgebiete im Regierungspräsidium Freiburg
Dritte aktualisierte Auflage
Herausgegeben vom Regierungspräsidium Freiburg
Jan Thorbecke Verlag 2011


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