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Naturschutzgebiet rütscheten

Landkreis: Lörrach
Gemeinde und Gemarkung: Bad Bellingen
Naturraum: Markgräfler Hügelland
Geschützt seit 1988
Fläche: 5,5 Hektar
Top. Karte: 8211 Kandern

Die Gottesanbeterin ist eine wärmeliebende Heuschreckenart, die im NSG Rütscheten hervorragende Lebensbedingungen findet
 
Etwa einen Kilometer Luftlinie entfernt vom Naturschutzgebiet „Galgenloch“ liegt in östlicher Richtung das Naturschutzgebiet „Rütscheten“. Das mit Wiesen und Hecken reich strukturierte Gebiet der Gewanne „Rütscheten“ und „Steingrüble“ nördlich von Bad Bellingen wurde 1988 auf einer Fläche von 5,5 ha als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Es handelt sich unstrittig um einen der wertvollsten Magerwiesen-Biotope des gesamten Markgräfler Hügellands. Es war wohl der klein parzellierten und kleinflächig terrassierten Geländestruktur sowie den teilweise zu Staunässe neigenden Böden zu verdanken, dass man die landwirtschaftliche Nutzung auch nach dem Zweiten Weltkrieg nicht intensivierte, sondern sie im Lauf der 1950er- und 1960er-Jahre sogar größtenteils ganz aufgab.

So blieben die für den Naturschutz besonders wertvollen Lebensräume erhalten. Unter ihnen nimmt die artenreiche Wiesengesellschaft des Halbtrockenrasens im Naturschutzgebiet die größte Fläche ein. Aus floristischer Sicht ist besonders ihr Orchideenreichtum auffallend. Leider sind die Bestände zunehmend durch Ausgrabungen der Knollen vermeintlicher Orchideenliebhaber gefährdet, obwohl diese sich nicht Verpflanzen lassen. Probleme in diesem Bereich bereitete jedoch auch die aus Nordamerika stammende, spätblühende Goldrute (Solidago gigantea), die in die brachliegenden Halbtrockenrasen vordrang und die ursprüngliche Vegetation gefährdete. Durch die Wiederaufnahme einer regelmäßigen Mahd im Rahmen von Pflegemaßnahmen konnte die Goldrute jedoch weitestgehend zurückgedrängt werden.

Die Böschungskanten zwischen den einzelnen Terrassen bzw. nicht mehr bewirtschaftete oder gepflegte Flächen werden meist von Gebüschen und größeren Gehölzen eingenommen. Obwohl diese Bestände für sich gesehen keine Seltenheit sind, tragen sie wesentlich zur Vielfalt und zum Strukturreichtum des Gebiets bei. Dieses Mosaik bietet vielen Tierarten einen Lebensraum, den sie in der intensiv genutzten Kulturlandschaft nur noch selten vorfinden. Bezeichnend für die abwechslungsreiche Landschaft aus Wiesen und Hecken ist das Vorkommen zahlreicher auf der Roten Liste stehenden Vogelarten.

Autor:
Uwe Kerkhof
Regierungspräsidium Freiburg
Referat Naturschutz und Landschaftspflege
Bissierstr. 7
79114 Freiburg
Weitere Information:
Die Naturschutzgebiete im Regierungspräsidium Freiburg
Dritte aktualisierte Auflage
Herausgegeben vom Regierungspräsidium Freiburg
Jan Thorbecke Verlag 2011


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