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60 Jahre Heilwasser Bad Bellingen


Zum Festakt „60 Jahre Heilwasser Bad Bellingen“ waren rund 180 Besucher erschienen. Darunter viele ehemalige Mitarbeiter der Bade-und Kurverwaltung. Als besondere Gäste waren Frau Landrätin Dammann sowie vom Trinationalen Eurodistrict der Präsident Heiner Überwasser und als Vertreter der SPD Kreistagsfraktion Herr Hans-Peter Buck mit Frau gekommen.
 
Neben einer Revue über die fünfziger und sechziger Jahre, in der für die damalige Zeit typische Werbung, Schlager und Kleidung vorgeführt wurden, gab es zum Empfang für die Bevölkerung einen Schluck des zweiten ortsgebundenen Heilmittels: Gutedel.
 
Schon zu Beginn der Veranstaltung tauschten die Besucher die Erlebnisse rund um die damalige Eröffnung aus.
 
Frau Räuber begrüßte die zahlreichen anwesenden Gäste und skizzierte die Entwicklung vom Weinbergbottich zu einer 1000 m² umfassenden modernen Badeanlage.
 
Landrätin Dammann beglückwünschte den Ort, der sich durch die Entdeckung der Quellen wirtschaftlich außerordentlich entwickelt hatte, zum Jubiläum.
 
Auszüge aus der Rede von Herrn Dr. Hoffmann finden Sie hier: 
 
„Der 26.11.1956 gilt als das Datum des ersten Bades, das ist nun gut 60 Jahre her. Das ist Grund zu feiern.
Dieser Tage gab mir Mitbürger Max Nunninger ein Foto aus alten Tagen. Auf dem Bild sieht man den damaligen Bürgermeister  Markus Ruf, er lächelt stolz und verschmitzt.
Er hatte den Schneid, alle Mittel der Gemeinde zu nehmen, das Risiko zu wagen und die Quelle zu kaufen. Damals hatten die Bürgermeister noch mehr Freiheit, weniger Gängelung und Bürokratie, die Akten waren dünner.
Markus Ruf hat damit eine Entwicklung eingeleitet, die aus 500 Einwohnern mit Hilfe fleißiger Handwerkern, Hoteliers und Bürgern eine Gemeinde mit heute 1500 Einwohnern und rund 1000 Arbeitsplätze rund um das Bad gemacht hat.
Von 7 Betten in den Beherbergungsbetrieben ging es auf heute rund 1800 Betten. Der Ort hatte in der Spitze 600.000 Übernachtungen im Jahr.
 
Mit der Gesundheitsreform Norbert Blüms kam ein Zäsur in der Aufwärtsentwicklung. Zuerst wurden zum Beginn des Jahres 1989 die Kassenzuschüsse für die so genannten "offenen Badekuren" drastisch gesenkt und zugleich eine Eigenbeteiligung eingeführt. Die Maßnahmen war durchschlagend: Die Zahl der von den gesetzlichen Krankenkassen bezuschussten offenen Badekuren sank binnen Jahresfrist von rund 820.000 im Jahr 1988 auf nur noch 435.000 Kuren im Jahr 1989.
Unter diesem gut 50-prozentigen Rückgang litten insbesondere die privaten Pensionen und Kurheime.  Aber gleichzeitig nahm die Zahl der stationären Krankenkassenkuren deutlich zu. Im Ergebnis verlagerte sich das "Kurgeschäft" also von den klein- und mittelständischen Beherbergungsbetrieben hin zu den großen geführten Klinken. Bad Bellingen bekam drei Kliniken, davon wurde eine, das ehemalige Flaggschiff St. Marien durch Missmanagement 2015 in die Insolvenz geführt.
1997 holte die Bundesregierung mit Gesundheitsminister Horst Seehofer dann zum nächsten Schlag gegen die Kurorte aus. Bundesweit führte die Kürzung der Reha-Zeiten und die Anrechnung von Urlaubstagen binnen kurzer Zeit zum Verlust von 40.000 Arbeitsplätzen im Kurwesen und zur Schließung von 120 Kliniken allein im Jahr 1999.
Bad Bellingen hatte dann im Tiefpunkt nur noch 200.000 Übernachtungen.
Dann wendet sich das Blatt:  Bad Bellingen setzt auf Privatzahler und die Betriebe ziehen wieder mit und passen die Angebot und Qualität an, erweitern die Attraktionen wie Golf, Natur und Rad.
Die Erkenntnis,  dass  Prävention und Kur langfristig Kosten bei Pharma, Operationen und Pflege einspart  im Verhältnis 1 zu 4, setzt sich erst seit ca. 2012 langsam sehr langsam, weil gegen starke Lobbygruppen, durch.
 
Bad Bellingen hat heute zwei orthopädische Reha-Kliniken von höchster Qualität, hier möchte ich unserem Aufsichtsrat  Mitglied Dr. Xaver Glocker danken, dem medizinischen Leiter, dem kaufmännischen Geschäftsführer Herrn Baumann der Seidel Klinik und auch dem Geschäftsführer der Markgräflerland Klinik Herrn Hans Runge, dem Eigentümer Herrn Spang  für die kontinuierliche Qualität, stetigen Investitionen, die den guten Ruf und damit die Zukunftsfähigkeit bringt.
 
Ein Blick in die Zukunft: Wir bleiben Gesundheitsstandort!
 
Aber die Rahmenbedingungen sind nicht einfach:
 
 1.) Die geplante deutsche Autobahn-Maut wird unseren französischen und Schweizer Gästen nicht schmecken. Sie ist rechtlich umstritten, immens bürokratisch und für Grenzräume immer nachteilig.
 
2.) Das Problem ärztliche Versorgung im Kurort
Bei den Hausärzten zeichnet sich ein Versorgungsdesaster ab, als Spätfolge der "Planungen zur Stärkung der hausärztlichen Versorgung " von SPD- Gesundheitsministerin Ulla Schmidt. So  wird bundesweit nur jeder fünfte Hausarzt ersetzt werden können. Also gibt es zu wenige Hausärzte und wir müssen attraktiv sein, um Ärzte aus anderen Regionen anzulocken. 40 Prozent der Arbeitszeit des Hausarztes wird nun für Bürokratie verwendet, und die Ärzte fühlen sich durch Vorschriften und Krankenkassen gegängelt. Wir werden versuchen, ein Ärztehaus auf den Weg zu bringen im Areal St. Marien, vielleicht ergänzt durch ein Pflegeheim.
 
Wir wollen die Arbeitsplätze an dem Gesundheitsstandort Bad Bellingen erhalten und der Heilung der Menschen dienen.
 
3.) Auch der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen und Handwerk wird uns als Folge der Demographie zu schaffen machen.
 
Trotz dieser Rahmenbedingungen wird Bad Bellingen eine gute Zukunft haben, denn das Heilwasser, in dem jährlich rund 350.000 Menschen baden, ist von besonderer Qualität. Es ist Heilmittel, das dringend benötigt wird, ja Menschen heilt. Mir ist daher vor der Zukunft nicht bange, denn der Wille der Bürger ist da, und uns fällt immer was Neues ein, um Krisen zu meistern.
 
Wir gehen nun das Risiko eine Quelle 5 zu bohren auf 1100 Meter.  Das bringt 70 Grad warmes Heilwasser und Energie.
Und ich hoffe diese Quelle dann im Jahr „62“ des Badebetriebes in Betrieb nehmen zu können, dann mit einem lausbubenhaften Lächeln wie einst Markus Ruf.“
 

Eines der sonnigsten
Heilbäder Deutschlands
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  • Rheinstraße 25
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  • Telefon: 07635 8119 - 0