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Zur Geschichte: Ortsteil Bellingen

Frühe Geschichte

Aus der Frühgeschichte der Rheinebene sind in Bellingen keine Anhaltspunkte gefunden worden. Ein nach der ersten urkundlichen Erwähnung bestehender Dinghof stammte aus der Römerzeit. Außer einer römischen Münze mit dem Bild Trajans (98 - 117 n.Chr.) sind keinerlei Funde vorhanden. Der "ingen"-Name des Dorfes lässt auf eine recht frühe Besiedlung schließen. Im Jahre 1005 (erste urkundliche Erwähnung) schenkt Kaiser Heinrich II. dem Probst zu Basel "Güter zu bellikon im briesgau". Weitere Besitzer sind das Kloster Murbach (Elsaß), der Graf von Nellenberg und das Kloster Muri (Schweiz). In der Gründungsurkunde des Klosters Muri ist in der langen Reihe der Stiftungen auch "belichon im Brisgowe" aufgeführt. Ein Dingrodel und ein ausführlicher Bericht des Klosters Muri zu den Verhältnissen in Bellingen aus dem Jahre 1064 zeigen, dass ein Großteil der Bellinger Reben im Eigentum der Murimönche waren. Diese Niederschrift gilt als die älteste deutsche Rebordnung.

1132

Gibt Graf Eberhard von Nellenberg dem Kloster Muri seine Rechte in Bellingen auf 10 Jahre in Pfandschaft für 60 Mark Silber. Im Jahre 1286 überlässt Abt Berthold von Murbach dem Domherren zu Basel, Lütold, auf dessen Lebenszeit die Einkünfte von "bellikon", die zuvor Probst und Convent zu Luzern gehörten.

1337

Wechselt erneut die Herrschaft in Bellingen. Graf Rudolf übergibt seine Bellinger Herrschaft an Friedrich vom Haus. Unter den Herren vom Haus erlangt Bellingen einen großen Aufschwung. Die elsässische Adelsfamilie macht Bellingen zum rechtsrheinischen Hauptsitz und erhält auch einige kaiserliche Privilegien, so im Jahre 1365 das Marktrecht, und 1392 erhält Joh. Ulrich vom Haus die Genehmigung, Bellingen mit Mauer und Graben zu umgeben. Reste hiervon sind noch erhalten. Im Jahre 1400 erhält Ulrich vom Haus auch alle Murigüter, die Herzog Leopold 1399 dem Kloster Muri abgekauft hatte. Doch schon wenige Jahre später kam der erste Rückschlag. Im Jahre 1409 wird Bellingen von österreichischen und Basler Truppen, die miteinander in Fehde waren, heimgesucht und niedergebrannt.

1414

Heiratet ein Freiherr von Andlau die Erbin des letzten Grafen vom Haus, und als Graf Ulrich vom Haus 1418 stirbt, beginnt eine über 500 Jahre dauernde Herrschaft der Grafen von Andlau in Bellingen. Eine der vielverzweigten Adelslinien derer von Andlau nahm in späteren Jahren auch Wohnung in Bellingen, erbaute ein Wirtschaftsgebäude und ein stattliches Herrenhaus (heutiges Rathaus). Ursprünglich  aber gehörte Bellingen zur Buttenheimer-Wittenheimer Linie. Die Edlen von Andlau wohnten in Wittenheim und zählten zu den größten und reichsten Adelsgeschlechtern des Elsaß.
Bereits 1445 wurde Bellingen von den Baslern erneut zerstört und die Grafen von Andlau lassen zwei Gutleuthäuser (Siechhaus) erbauen. Die Bewohner des Dorfes waren durch die Brandschatzungen sehr verarmt. 1474 zählt Bellingen nur noch 39 Häuser von gemeinen Leuten, ein Pfarrhaus und vier Witwenhäuser.

Der Dreißigjährige Krieg

Der Krieg berührte den Ort nur wenig, und erst in den darauffolgenden Jahrzehnten geriet Bellingen wieder unter die Kriegsfackel, als französische Truppen wiederholt über den Rhein kamen und plünderten. Als das Dorf die verlangte Brandschatzung nicht aufbringen konnte, wurde es von französischen Truppen 1675 angezündet und fast völlig niedergebrannt. 1679 führten die Franzosen sogar Geiseln mit, die vom Pfarrherrn von Bellingen wieder ausgelöst wurden. Nach den Franzosenkriegen begann dann für Bellingen eine ruhige Zeit, und der Ort wurde wieder aufgebaut. Viele Häuser im alten Ortsteil tragen an den Türstürzen auch die Jahreszahlen zwischen 1780 und 1820.

1937

Verkaufen die Grafen von Andlau ihren Bellinger Besitz, der von der Gemeinde erworben wurde. Seither befindet sich das Rathaus im ehemaligen gräflichen Anwesen.

Der zweite Weltkrieg

Dieser brachte Bellingen schwere Zerstörungen. Etwa 40 % der Häuser brannten in den letzten Kriegsmonaten des Jahres 1945 nieder. Während die Gemeinde im Ersten Weltkrieg 19 Gefallene zu beklagen hatte, kehrten aus dem Zweiten Weltkrieg 22 Bellinger Väter und Söhne nicht zurück.


Die Pfarrkirche in Bellingen

Sie reicht in das Mittelalter zurück. Im Jahre 1360 ist im liber marcarum die erste Kirche erwähnt, und im liber decimationis erscheint 1275 der erste Pfarrherr in Bellingen.
Die heutige Kirche wurde in zwei Bauabschnitten erstellt und 1624 an Stelle einer größeren Kirche eingeweiht. Dabei verwundert vielleicht, dass im Dreißigjährigen Krieg Kirchen gebaut wurden. In unserer Heimat kam der schreckliche Krieg jedoch erst nach 1632 zur Auswirkung. Die Jahreszahl 1624 ist im Schlussstein des gotischen Gewölbes im Chor angebracht. An den Gewölbesteinsockeln befinden sich auch die Namen des damaligen Patronatsherren Peter von Andlau und des Schultheißen Hans Vogel. Das Langhaus und der Turm wurden 1782 abgerissen und um 16 ½ Schuh (rund 5 m) verlängert. An diesem abgerissenen Teil war eine Kapelle angebaut, die der heiligen Odilie geweiht war. Die neue Kirche wurde 1783 fertiggestellt und vom Bischof von Konstanz eingeweiht. So stellt sich das heutige Gotteshaus - wohl in zwei Bauabschnitten und Kulturepochen erstellt - mit dem schmucken Turm und der weit ins Land hinausgrüßenden Madonna als gelungene, harmonische Einheit dar. Die Madonna ist eine Arbeit des Freiburger Bildhauers Bertold Knittel aus dem Jahre 1879. Auch die neue Kirche wurde dem Schutze des heiligen Leodegar unterstellt, Turm und Langschiff unter der Leitung von Pfarrer Alois Wagner 1953 renoviert.

Bau des Rheinseitenkanals

Nach dem Bau des Rheinseitenkanals 1952 wurde die Steppe des ehemaligen Rheinwaldes noch umfangreicher, und der Rhein hatte neben seiner Bedeutung als Wasserstraße auch seine Aufgabe als wasserspendender Lebensquell verloren und ist nur noch ein Rinnsal. Eine völlig neue und ungeahnte Entwicklung begann für Bellingen am 28. November 1956, als urplötzlich die Thermalquelle zutage trat und damit die Geburtsstunde des heutigen Thermalbades schlug. Bürgermeister Ruf, der in seiner Freizeit ein begeisterter Landschaftsmaler ist, hat den Ausbruch der Thermalquelle mit erlebt und für alle Zeiten in einem Ölgemälde festgehalten.

Die Geburtsstunde des Heilbades

1957 wurde das Thermalbewegungsbad eingeweiht. Eine zweite Quelle wurde 1963 erbohrt und war mit ebenfalls 39 Grad warmem Wasser fündig. Die Quellen von Bellingen sind Natrium-Calcium-Chlorid-Thermen. Die Indikationen umfassen chronisch-rheumatische und Abnutzungserkrankungen der Gelenke und der Wirbelsäule, Bewegungsstörungen als Verletzungsfolgen und von Nervenlähmungen sowie spezielle Erkrankungen der Blutgefäße und des vegetativen Nervensystems. 1966/67 wurde ein modernes Kurmittelhaus mit Wannenbädern, Becken für Unterwassertherapie, Massagen und weiteren Kurmitteln errichtet. 1967 weihte die Gemeinde das neue Schulhaus ein. Das heutige Rathaus, der ehemalige Sitz der Herren von Andlau, wurde in den Jahren 1981/82 saniert.

Zusammenschluss

Die ehemals selbständigen Gemeinden Bellingen, Bamlach, Hertingen und Rheinweiler bilden heute die Gemeinde Bad Bellingen.

Eines der sonnigsten
Heilbäder Deutschlands
  • Gemeinde Bad Bellingen
  • Rheinstraße 25
  • 79415 Bad Bellingen