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Zur Geschichte: Ortsteil HERtingen

Keltisch oder Alemannisch?

Bei Ausgrabungen entdeckte Steinplatten, Gräber und Knochenreste warfen die Frage auf, ob Hertingen keltischen Ursprungs sei, oder als alemannische Siedlung betrachtet werden müsse, worauf der Name Hertingen = "Heim des Herto" hinweise.

Ein ebenfalls ausgegrabener Stein aus Nephrit ließ eine uralte Siedlung vermuten, da dieses Material durch die Steinzeitmenschen zur Herstellung ihrer Werkzeuge, wie Steinbeile, Dolche, Meißel usw. verwendet worden ist. Bestimmtes konnte indessen nicht ermittelt werden.
 

Die Alemannen

Als die Alemannen ums Jahr 280 n.Chr. in das bisher durch die Römer besetzte Gebiet einbrachen und um 350 n.Chr. auch das linksrheinische Ufer eroberten, gingen sie gegen die keltisch-römische Bevölkerung nicht rücksichtslos vor. Sie schätzten die meist friedlichen und fleißigen Handwerker und Bauern und das Wohnen in einzelstehenden Gehöften inmitten von Feld, Wald und Wiesen.

Die bereits eine Mischrasse aus Kelten und Römern bildenden Ansiedler wurden nach dem Kriegsrecht jener Zeit zu Leibeigenen gemacht. In kultureller Beziehung wirkten sie auf die Alemannen vorteilhaft ein, indem sie sie mit Handwerk und Ackerbau, wie auch dem schon damals an geeigneten Orten betriebenen Weinbau bekannt gemacht haben.

Das durch die Römer ins Land gebrachte Christentum musste indessen den heidnischen Gottheiten der Eroberer vorerst weichen. Gegenüber der keltisch-römischen Bevölkerung hatten die Alemannen ihrerseits den Vorteil reinerer Sitten, eines reineren ehelichen Zusammenlebens und einer strengen Haltung an Treu und Glauben, an den Handschlag.

Im Verlaufe der Zeit vermischte sich die Bevölkerung auch mit den Alemannen, was dazu führte, dass sich das engere badische Land, vornehmlich das Markgräflerland als Grenzgebiet, aus keltischen, römischen und germanisch-alemannischen Elementen zusammensetzte.
 

Der Name Hertingen

Prof. Fecht führte in seinem Werk über die "Großherzoglich-Badischen Amtsbezirke von 1850" den Namen Hertingen auf Hertikeim, Hertichon oder Hertichen zurück.

Die Gegend wird als fruchtbar geschildert und die "ziemlich bemittelten Einwohner" sollen sich von Feld- und Weinbau sowie mit etwas Bienenzucht ernährt haben.
 

Historie

Hertingen wird als ziemlich alter Ort der Landgrafschaft Sausenberg beschrieben, der im 13. und 14. Jahrhundert aus einzelnen Höfen bestanden habe, wie "Meierhof Münchweiler Hof, Hummelhof (Gewann Humpel), Rumpelhof, St.-Margarethen-Hof". Der St.-Margarethenhof gehörte zum Frauenkloster St. Margaretha zu Waldkirch, das ihn im Jahre 1320 an den Freiburger Bürger Atzo um 50 M.S. verkaufte.

Um 1327

hatten die Bürger zu Neuenburg, Ritter Johann und Rüdiger von Endingen zu "Hertikeim" und Fürbach 4 Mark Geldes zu Lehen von Markgraf Wilhelm von Sausenberg. 1350 besaßen ebenso "Otto von Schliengen und Johann von Walpach als Gilt von Leuten und Gütern zu Aettichon (Ettingen) und Hertingen 14 Malter Roggengeldes und sieben Pfund Geldes, welche Markgraf Rudolph IV. im Jahre 1476 für 212 ½ fl. einlöste.

Die Sausenberger, die in verwandtschaftlicher Beziehung zu den Markgrafen von Hochberg und den Herren von Rötteln standen, besaßen die Orte Hertingen, Tannenkirch usw., kurz die nachmals protestantischen Orte des Markgräflerlandes.

Markgraf Christoph von Baden (geb. 13.11.1453, gest. 29.4.1527) schloss mit den verwandten Herrn von Hach (oder Hochberg-Sausenberg), auf die nach dem Aussterben der Herren von Rötteln auch diese Herrschaft übergegangen war, gleich zu Beginn seiner Regierungszeit (1475) einen Erbvertrag.

Nach dem Aussterben der Linie Hochberg-Sausenberg fielen deren Lande an Christoph von Baden, also an das Fürstenhaus der Zähringer. Auf diese Weise kam das Markgräflerland und mit ihm das Dorf Hertingen an die Zähringer, an die Markgrafen von Baden. Diese belehnten die Herren von Rotberg zwischen den Jahren 1650 - 1670 mit dem Dorfe Hertingen.

Nachdem Markgraf Ernst im Jahre 1556 in der Markgrafschaft Baden-Durlach die Reformation eingeführt hatte, wurde als erster Pfarrer von Tannenkirch mit "seinem Filial Hertingen" Johann Petri aus Basel installiert.
 

Hertinger Steinbruch 1910

Bohnerzformationen scheinen sowohl im inneren Rheintal als auch in den Vorbergzonen in den gleichen, normalen Ausbildungen vorhanden zu sein. Mehrfach sind sie bei Tiefbohrungen angetroffen oder durchfahren worden, worauf der darunterliegende Jura vorgefunden worden ist. Das Hauptgestein ist de Bohnerzton, von den Erzknappen "Birg" genannt. Über die verschiedenen Variationen desselben, den quarzreichen Ton, die Huppererde und die reinen Quarzsande gibt die Hertinger Gemeindesteingrube besten Aufschluß.

Die Hauptbergwerksbezirke der Umgebung waren, gemäß alten Berichten, Auggen - Liel - Schliengen" und "Hertingen - Liel" in der Nähe der Korallenkalkhöhen zwischen diesen letzteren Ortschaften. Spuren davon sind an diesen Stellen noch vorhanden. Noch offene Baue können aber nur bis an die Grenze des Korallenkalkes betreten werden.

Über den Bohnerzbergbau, der 1657 durch den Besitzer der Gemarkung Liel, Hans Friedrich von Baden, aufgenommen wurde, berichtet K. Schnarrenberger, dass der gleichzeitig mit dem Abbau der schichtigen Lager Ende der 1860er Jahre erloschen sei.

Die Verhüttung der Erze geschah in Kandern, wo sich ein großherzogliches Bergamt befand, mittels Holzkohlen. Da dieselben immer teurer wurden, konnte gegen die Konkurrenz von Norddeutschland zuletzt nicht mehr aufgekommen werden; dies obgleich die Qualität des hier gewonnenen Eisens eine vorzügliche gewesen sein soll.

Erwähnenswert ist der Quellenreichtum der Gemarkung Hertingen, die im allgemeinen ein Kalkgebiet darstellt. Die Ursache mag daher stammen, dass im Boden eine undurchlässige Lehmschicht vorhanden ist, auf der sich die atmosphärischen Niederschläge sammeln.

H. K. von Hert berichtet in seiner Markgräfler Heimatkunde: "In Hertingen verhindern die in geringer Tiefe unter der Erdoberfläche hinziehenden mächtigen Tonschichten das Absinken des Wassers in große Tiefen, und so finden wir in allen Talsenkungen viele, meist reichlich fließende Quellen und drei respektable Bäche in der Gemarkung."
 

In den Kriegen

von König Ludwig XIV. (1660 - 1678) wurden im Jahre 1672 Hertingen, Tannenkirch und die ganze obere Markgrafschaft durch die Franzosen verwüstet.

Auch im Oktober 1796 wurde das Dorf durch die Schlacht am Schliengener Berg in Mitleidenschaft gezogen.

1813 hatte Hertingen russische Einquartierung.

In den Jahren 1848/49 folgte preußische und hessische Einquartierung. In jene Zeit fällt das Gefecht an der Scheideck.

Im August 1870 erklärte Frankreich den Krieg.
Eine am Rathaus Hertingen im Jahre 1896 angebrachte Tafel gedenkt der 14 Teilnehmer an dieser Auseinandersetzung der Jahre 1870/71. Über die Gefallenen und Vermissten, die die Gemeinde in den beiden Weltkriegen zu beklagen hat, gibt das vor dem ehemaligen Pfarrhause angebrachte Heldendenkmal Auskunft.
 

Im Jahre 1906

wurde die Wasserversorgung in die Wege geleitet.

Mit Elektrizität wird Hertingen durch das Kraftwerk Rheinfelden versorgt.

Wie andernorts wird auch dem Problem der Aussiedlerhöfe in Hertingen volle Aufmerksamkeit geschenkt. Diese befinden sich in den Gewannen Äußere Matt, Ebersbrunn, Eisenacker, Falzen, Holdern und Krummen Graben.

Die evangelische Kirchengemeinde wird seit 1939 von Tannenkirch aus betreut.

Eines der sonnigsten
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