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Zur Geschichte: Ortsteil Rheinweiler

Als "Villa que vocatur Riiwillere"

ist Rheinweiler im Jahre 1097 im Basler Urkundenbuch das erstemal urkundlich erwähnt. Dies wiederholte sich in den Jahren 1102 bis 1196 bzw. 1446 noch mehrere Male. Josef Bader vermutet, dass das Vilare in der Betberger Urkunde vom Jahre 789 (Lorsch) Rheinweiler sein könnte. Die Herren von Kaltenbach, die Gründer von Bürgeln, waren auch einmal Besitzer des Kirchenwidums in Rheinweiler und vermachten einen Teil des Zehnten der Kirche St. Johann in Bürgeln. Einen großen Teil des Zehnten hatte das Kloster St. Alban in Basel gleich nach seiner Gründung (1082) sowie das Kloster St. Ulrich an der Möhlin (1087). Auch das Kloster St. Blasien (1113) kam in den Besitz eines Teiles des Zehnten von Rheinweiler.

Diese Klöster

wie auch Beromünster in der Schweiz, gelangten durch Schenkungen der ehemaligen adligen Besitzer bei Eintritt ihrer Söhne in das Kloster in den Besitz der Zehntteile. Kleinere Teile am Zehnten hatte auch die spätere Pfarrei Bamlach, die heute die Pfarrei von Rheinweiler ist. Früher muss Rheinweiler eine selbständige Pfarrei gewesen sein, denn wir kennen einen Reinerus plebanus in Rinwilr (1258). Erst mit dem Jahre 1417 taucht der Name "sant Niclaus capelle ze Rinwiler" im Zusammenhang mit Bürgeln auf. Der heilige Nikolaus ist der Patron der Fischer und Schiffer, von denen zur damaligen Zeit noch viele in Rheinweiler ansässig waren.

Das Dorf

mit Gericht, Zwing und Bann war einst königliches Besitztum, welches als Reichslehen Ende des 14. Jahrhunderts in den Besitz der reichen Basler Patrizierfamilie von Schaler gelangte. Nach einem Kaufbrief vom 24. April 1417 verkaufte der Edelknecht Junker Hermann Schaler mit Konsens seines Vetters Peter und Klaus Ulrich Schaler mit lehensherrlicher Bewilligung des Kaisers an Ritter Johann Ludemann von Rotberg seinen halben Teil und alle Rechte an den beiden Dörfern Bamlach und Rheinweiler. 1434 verkaufte auch Junker Klaus Ulrich seinen halben Teil an den Ritter Bernhard von Rotberg.

Die Vorfahren der Familie von Rotberg stammen aus der Schweiz und sind benannt nach der Burg Rotberg, die heute eine Jugendherberge ist. Hans Jakob I. von Rotberg, Sohn des Arnold von Rotberg, siedelte 1516 von Basel nach Rheinweiler über und übernahm als Herr zu Bamlach und Rheinweiler diese Herrschaft. Über 400 Jahre war die Herrschaft im Besitz dieser Familie. Ihr Schloß, bestehend aus einem Wohnhaus, Kapelle, Wirtschaft und Garten, das mit einer Mauer umgeben war, war ebenfalls ein Reichslehen, das später in den Eigenbesitz der Familie gelangte.

Nach dem ersten Weltkrieg

ging das Schloß an den Landkreis Lörrach über, der es als Altersheim einrichtete. 1939 kam das Altersheim in den Besitz des neu geschaffenen Landkreises Müllheim. Die Nikolauskapelle wurde 1949 vom Freiherrn Wolf Kurt von Rotberg der Gemeinde Rheinweiler übergeben.

Einer der größten Grundbesitzer in Rheinweiler war das Kloster St. Blasien, das sowohl durch den Besitz von Bürgeln als auch durch den der Weitenauer Probstei, Bürgler und Weitenauer Güter innehatte. Eines der 20 Häuser, die es im Jahr 1525 besaß, war der Weitenauer Hof, der um 1783 von Dietrich Wenk und Josef Dosenbach bewirtschaftet wurde. Diese zinsten für die 61 Mogen (Acker, Matten und Reben) zusammen 4 Malter Roggen, 4 Malter Haber und 6 Schillinge Geld an das Kloster St. Blasien. Außerdem bezogen die Ortsherren von Rotberg noch 4 Saum Vogtsteuer Wein von diesem Weitenauer Hof. Auf seiner Hofreite steht heute das alte Schulhaus, das auch das Rathaus beherbergte. Der Bürgler Hof muß in der Nähe gestanden haben.

Mit der Schaffung des Großherzogtums Baden (1806)

und der Säkularisierung des Klosters St. Blasien zu einer Zeit, in der Napoleon noch regierte, begann ein neuer Abschnitt der Geschichte Rheinweilers. Die santkblasianischen Besitzungen in Rheinweiler gingen vorerst in den Besitz des badischen Staates über, wurden jedoch balds dem Privatbesitz übergeben. Die grundherrschaftlichen Ämter, also auch das Amt der Herren von Rotberg, blieb zunächst bestehen. Erst 1819, nach Auflösung des Bezirkes Kandern, wurde Rheinweiler dem Amtsbezirk Müllheim zugeteilt. Zu diesem Amt gehörte es 120 Jahre land. 1939 kam Rheinweiler zum Landkreis Müllheim.

Auf seinem Gut in Rheinweiler starb 1821 Jean, Graf von Rapp, der wegen seiner Verdienste in der Schlacht von Aspern zum General und Obersthofmeister befördert worden war. Seine Gemahlin vermachte der Gemeinde eine Stiftung.
Unter Johannes Fräule wurde der Grenzvertrag Badens mit Frankreich 1840 abgeschlossen. Gleich danach nahm man die Rheinvermessung und dessen Korrektion in Angriff (Tulla). Dieser neue Rhein wurde 1918 die Grenze von Rheinweiler nach Frankreich. Hierbei verlor der Ort 12 ha Gelände, das einst badisch war und nun zum Elsaß kam. 1848 erfolgte der Bau der Eisenbahnlinie Karlsruhe - Basel, die dicht am Ortskern vorbeiging. Von 1859 - 1869 leitete August Wenk als Bürgermeister die Gemeinde. 1869 übernahm Johann Dossenbach das Amt des Bürgermeisters, das er bis 1888 innehatte. In den Jahren 1874/75 ließ er gegenüber dem alten Schulhaus das Rathaus erbauen. Das alte Schulhaus wurde schon 1783 im Weitenauer Berain erwähnt. Dies zeigt, dass die Ortsherren von Rotberg und auch St. Blasien schon früh an einer Schule in Rheinweiler interessiert waren. Unter Bürgermeister Dossenbach gab es bereits eine Gemeinde-Krankenversicherung, die später in die allgemeine Krankenversicherung übergeleitet wurde. In den 1880er Jahren baute man besonders die Gemeindewege aus.
Von 1892 bis 1908 war Johann Baptist Dossenbach Bürgermeister. Während seiner Amtsperiode wurde die Wasserversorgung in Rheinweiler geschaffen, die in den folgenden Jahrzehnten beachtlich erweitert wurde. 1910 wurde die erste elektrische Lichtleitung im Ort installiert. Auch ein Teil der Wasserleitung wurde verlegt. Der jahrhundertealte Fährbetrieb zwischen Rheinweiler und dem Elsaß wurde während des Ersten Weltkrieges eingestellt. Nach dem Ersten Weltkrieg ging die Zahl der Rheinweiler Schiffseigner weiter stark zurück und 1921 weist das Schiffsverzeichnis nur noch 4 Schiffseigner aus.

Ferdinand Wenk

der von 1919 - 1930 Bürgermeister war, bemühte sich erfolgreich um die Erweiterung des Strom- und Wasserversorgungsnetzes wie auch der Kanalisation. Unter seiner Förderung entstand auch der Sportverein, der 1920 einen Sportplatz erhielt. Von 1930 - 1933 amtete Alfred Dossenbach als Bürgermeister. Ernst Bächlin hatte das Amt des Bürgermeisters von 1933 - 1945 inne. Während seiner Amtsperiode wurde die Rebumlegung eingeleitet und zum Teil durchgeführt. Er war Mitbegründer der Winzergenossenschaft, deren Keller- und Geschäftsräume zunächst im Gasthaus zur Sonne gemietet werden konnten. Westwallbau und die Evakuierungen im 2. Weltkrieg stellten an ihn große Anforderungen.

Im Zweiten Weltkrieg zerstörte Häuser in Rheinweiler

Zweiten Weltkrieg wurde Rheinweiler zu 40 % zerstört. Wegen der Frontnähe musste die Bevölkerung dreimal evakuiert werden. Sie kam zunächst in die landeinwärts liegenden Gemeinden. Später wurden die Rheinweiler nach Konstanz, Radolfzell und in die Gegend von Wertingen (Bayern) evakuiert. Beide Weltkriege forderten von der Rheinweiler Bevölkerung harte Opfer. So kehrten aus dem Ersten Weltkrieg 9 und aus dem Zweiten Weltkrieg 33 Rheinweiler Väter und Söhne nicht in ihr geliebtes Heimatdorf zurück.

Nach Kriegsende wurden unter Bürgermeister Karl Lacher (1945 - 1948) die zerstörten Wohnungen und Häuser wieder instand gesetzt.

Mit der Wahl von Edmund Stächele im Jahre 1948

begann eine Periode intensiver Aufbauarbeit. So wurde ein neues Baugebiet in Richtung Kleinkems erschlossen und eine neue Straße mit Wasser- und Kanalisationsanschluss in eigener Regie gebaut. Rat- und Schulhaus, die durch Kriegseinwirkung stark beschädigt waren, wurden wieder instand gesetzt. Ein Gemeindehaus mit Kelterstation, Feuerwehrraum und zwei Wohnungen wurde 1953 errichtet. 1954 folgte der Ausbau der Gruppenwasserversorgung Bellingen - Bamlach - Rheinweiler. Zu diesem Zweck wurde vom Hochbehälter Bamlach nach Rheinweiler eine Wasserleitung gebaut. Beim Bau der Bundesautobahn 1957 wurden einige Häuser abgerissen. Für die betroffenen Familien wurde neues Baugelände im Gewann Huxmatten bereitgestellt. Um die Schulraumnot zu beseitigen, erfolgte 1960 der Bau einer dreiklassigen Volksschule mit Turnhalle. 1962 wurde das Rathaus mit zwei Lehrerwohnungen erbaut. Um den Mangel an Bauland zu beheben, wurde im Gewann Dürrematten-Hohlenweg und im Gewann Kapellengrün ein neues Siedlungsgebiet erschlossen. Mit dem Bau einer gemeindeeigenen Sammelkläranlage löste man 1964 die Abwasserprobleme. 1976 wurde ein Kindergarten mit Wohnung erstellt.

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