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Oberrheinisches Bäder- und Heimatmuseum in Bamlach

Ansprechpartner: Bürgermeisteramt
Alte Weinstraße 25
Büro: Rheinstraße 25, 79415 Bad Bellingen
79415 Bad Bellingen
07635 8119-21
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  • Öffnungszeiten


    Sonntag und Mittwoch von 14:00 bis 17:00 Uhr
    und nach telefonischer Vereinbarung
    Eintritt außer bei Sonderausstellungen frei
     
    Führungen sind auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich (Preis pro Person 2,50 €)


    Museumsleiter: Dr. med. Christhart Heering

Förderkreis Heimatmuseum

  • Ansprechpartner: Herr Eberhard Stotz
    Hofstraße 18
    79415 Bad Bellingen
    Telefon 07635 - 3929

"Oberrheinisches Bäder- und Heimatmuseum“   Bad Bellingen im Ortsteil Bamlach

Bädermuseum Bamlach


Der 1985 gegründete „Förderkreis Heimatmuseum“ krönt bereits im Mai 1991 sein hohes Ziel, die Kultur der 1975 neugeschaffenen Gemeinde Bad Bellingen zu bewahren mit der Eröffnung des Bädermuseums.

Unter einem Dach finden sich zwei Themenschwerpunkte vereint: die Bäderabteilung und die Heimatabteilung. Es ist das erste Museum, das unabhängig von den heutigen Staatsgrenzen die Gebiete rund um den Oberrhein zwischen Schwarzwald, Vogesen und Schweizer Jura – die REGIO – einbezieht. Das kulturelle Gemeinschaftsgefühl hat für die Angehörigen des französischen Sprachraumes Ausdruck gefunden in dem zweisprachig verfassten Museumskatalogheft und der Beschriftung vieler Hinweistafeln.

Das Bädermuseum befasst sich mit der Kulturgeschichte des Bades von den Römern bis heute. Sie veranschaulicht bedeutsame medizinische Umbrüche und einhergehende gesellschaftliche Veränderungen im Laufe der Jahrhunderte.

Das Modell einer römischen Therme ermöglicht einen Einblick in die hochentwickelte Badekultur der Römer. Es wurde gemäß den (älteren) Forschungsergebnissen der 1784 entdeckten Anlage von Badenweiler, der bedeutendsten Thermenruine im süddeutschen Raum rekonstruiert. Imponierend wirken Grund- und Aufriss der Trajansthermen. Vorbild der prächtigen „Kaiserthermen“.

Zwei nachgebaute Holzzuber versetzen die Besucher in die mittelalterliche Welt der Badstuben, die seit dem 12. Jahrhundert in vielen Städten und Dörfern der Region ihre Pforten öffneten. Die Badstuben verbinden wie die Thermen Gesundheits- und Körperpflege mit Entspannung und geselligem Beisammensein. Der Bader sorgte mit seinem Badgesinde für das Wohlergehen der Gäste. Er bereitet Schwitz-, Dampf- und Kräuterbäder, versorgt Wunden, behandelt Krankheiten, setzt Schröpfköpfe und lässt zur Ader.

Die Ära der Badstube wird von den „Wildbädern“ abgelöst. „Wild“ meint „Wald“ und bedeutet das Baden in fließendem Gewässer und freier Natur. Die Wirkung natürlicher Heilquellen wird entdeckt. Pictorius, leitender Arzt der vorderösterreichischen Regierung in Ensisheim/Elsass beschreibt in seinem „Badefahrtbüchlein“ die Heilbäder der Region.

Das Badewesen tendiert im 17. und 18. Jahrhundert immer stärker zur Trinkkur, die im 19. Jahrhundert ganz im Mittelpunkt steht. Es entstehen nun glanzvolle „Modebäder“ wie Baden Baden oder Bad Rippoldsau mit fürstlichem – gesellschaftlichem Leben, viele Kurbäder, die sich um Kranke und Prophylaxe der Gesunden kümmern sowie die „Freßbädle“ für die ländliche Bevölkerung und ärmeren Menschen der Umgebung. Kristallbadegläser, Ansichtskarten, alte Graphiken erinnern an jene „Goldenen Zeiten“ der Badeorte, die mit dem 1. Weltkrieg vielfach ein abruptes Ende finden.
 
Ein eigener Raum ist der jungen Bellinger Badegeschichte gewidmet. Alte Fotographien, Ansichtskarten, Zeitungsausschnitte zeigen die wichtigsten Etappen zum Heil- und Badeort. Im Mittelpunkt steht der restaurierte (Wein-) Bottich, in den im November 1956 das erste Bellinger Thermalwasser fließt und die Entwicklung von „Winzerdorf zum Heilbad“ beginnt.

Die Abteilung „Heimatmuseum“ stellt Aspekte der Gesamtgemeinde Bad Bellingen vor. Die Teilorte Bamlach, Bellingen, Hertingen, Rheinweiler sind auch nach der Entdeckung der Thermalquelle wesentlich von der Landwirtschaft und Weinwirtschaft geprägt.

Im alten Kellergewölbe des Museumsgebäudes, dessen schöner Staffelgiebel die Jahreszahl 1602 trägt, betritt der Besucher zuerst den Raum, der sich mit dem Weinanbau befasst. Hier ist die älteste bekannte Rebordnung Deutschlands nachzulesen. Sie wurde um 1150 vom Benediktinerkloster Muri erlassen und regelte die Bewirtschaftung der klösterlichen Reben in „Bellikon“.

Ihm schließt sich die Schmiede Berger aus Hertingen an, die mit ihren mehr als 500 Einzelteilen originalgetreu und funktionsfähig wieder aufgebaut wurde, eine besondere Attraktion, nicht nur, wenn an manchen Tagen durch einen Hufschmid die Esse angeheizt und Hufeisen geschmiedet werden.

Auf die ehemals große Bedeutung der hiesigen Rheinfischerei weisen große Netze, Reusen, Fanghaken und Lachsfallen hin. Viele Jahrhunderte bot die Fischerei eine wichtige Existenzgrundlage, aber die großen Baumaßnahmen im 19. und 20. Jahrhundert (Rheinregulierung, Rheinseitenkanal) führten zur Versteppung der Rheinebene, veränderten die Landschaft und zerstörten wichtigen Lebensraum einer vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt.

Die Ortsgeschichte hängt politisch von den europäischen Mächten Österreich, Frankreich und zuletzt Großherzogtum Baden ab; sie wird mitbestimmt durch die Adelsfamilien von Rotberg aus der Schweiz und von Andlaw aus dem Elsass, die seit dem 15. Jahrhundert in den vier Dörfern unterschiedliche Rechte auf Zeit und Dauer inne hatten.

Der Raum „Krieg und Not“ erinnert an die vielen Kriege und Zerstörungen, unter denen die Dörfer am Rhein, an der deutsch-französischen Grenze zu leiden hatten. Als neueste Ergänzung widmet sich eine eindrucksvolle Bild-Text-Wand mit Zeitdokumenten dem folgenschweren Thema „Evakuierungen“.

Das kulturelle Leben in den 4 Dörfern unterschied sich nach der Konfession der Obrigkeit (Hertingen evangelisch, Rheinweiler gemischt, Bellingen und Bamlach katholisch). Der „Kirchenraum“ lässt typisches z.B. in der Tracht erkennen. Einen Ehrenplatz nimmt der „Vater“ der alemannischen Sprache, Johann Peter Hebel, ein, der in Hertingen als Pfarrer wirkte.
 

Es gibt viel zu entdecken, ein Besuch lohnt sich!


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